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Geralds BG 19
„Die
BG19 ist die erste Heim-Tonbandmaschine, die im Jahre 1952 in der DDR
hergestellt wurde“ So in etwa schrieb der Schriftsteller Hans Monse in seinem
„Tonbandbuch für alle“.
Als
Sammler von RFT-Geräten bin ich jetzt auch in den Besitz einer solchen Maschine
gelangt. Und das Schönste daran ist, sie funktioniert sogar noch ganz gut.

Sie
kommt in einem, mit dunkelblauen Kunstleder bespannten Holzkoffer daher und lässt
eher ein Koffergrammophon vermuten als eine Tonbandmaschine.
Nach
Öffnen des Deckels allerdings sieht man, was es wirklich ist.

Einen
Schönheitswettbewerb für Bandmaschinen würde sie nicht gerade gewinnen aber
so mancher Besitzer war auf sie stolz. Endlich konnte man zu Hause aufnehmen,
was gefällt und Aufnahmen auch selbst gestalten was beim Plattenspieler ja
nicht möglich war. Zum Betrieb brauchte man „nur“ noch ein gutes Radio mit
Anschlüssen für den Plattenspieler für die Wiedergabe. Für die Aufnahme
musste das Radio auch einen Anschluss für einen hochohmigen Lautsprecher haben.
Er war erforderlich, um die hohe Aufsprechspannung für die Maschine
bereitzustellen. Für die Mikrofonaufnahme brauchte man noch einen zusätzlichen
Vorverstärker, der in diesem Fall an die Tonabnehmerbuchsen des Radios
angeschlossen wurde.

Eine
betriebsbereite Tonbandanlage aus den 50er Jahren mit BG19 und einem REMA-Radio.
Aufnehmen
wie heute war noch nicht möglich, denn wer an dieser Maschine einen Löschkopf
sucht, wird ihn ebenso wenig finden, wie eine präzise Einstellmöglichkeit für
den Tonkopf. Der Kombikopf in Ringkernausführung ist einfach mit einer Schraube
auf das Chassis montiert. Die Höhe wird durch Zwischenlegen von dünnen
Unterlegscheiben, die im Durchmesser etwa dem Kopf entsprechen, korrigiert. Zur
Aussteuerungskontrolle ist eine Glimmlampe vorgesehen, die allerdings nur Übersteuerung
anzeigt. Die Aufnahmestärke wurde mit dem
Lautstärkeregler des Radios eingestellt (arme Nachbarn). Allerdings
konnte man bei manchen Radios auch den Lautsprecher ausschalten und die Aufnahme
über einen Kopfhörer verfolgen.


Professionell
sehen die leichgängigen Umlenkrollen mit dem Bandspannhebel aus. Bei späteren
Exemplaren wurden sie durch einfache Führungsstifte ersetzt. Der Capstanmotor
macht auch einen studiomäßigen Eindruck, seine Achse bildet die Tonwelle.

Hier
der Motor einmal einzeln neben einer 22er Spule.
Nachteilig
ist, dass der Motor in Stellung „Stop“ abgeschaltet wird. Das Hochfahren
macht sich leider durch ein deutlich hörbares „Anjaulen“ bei Start
bemerkbar. Die Bandteller werden über einen Riemen angetrieben, der über die
Tonwelle und beide Bandteller läuft. Spezielle Kupplungen realisieren die
Betriebsarten „Vorwärts“ und „Rückwärts“. Während bei Wiedergabe der
linke Bandteller frei läuft, nur durch ein Filzband leicht gebremst, wird er
beim Rücklauf fest eingekuppelt. Der Motor wird für den Rücklauf umgepolt, sodass
er seine Drehrichtung ändert.

Die
Rückwickelkupplung
Verstärkermäßig
geht es auch sehr einfach zu. Zwei Röhren vom Typ EF12 tun im Inneren ihre
Pflicht. Bei Wiedergabe dienen sie als Entzerrer-Vorverstärker um die genügende
Eingangsspannung für das Radio zur Verfügung zu stellen. Bei der Aufnahme
dient eine als HF-Generator für die Vormagnetisierung und die andere als
Anpassungswandler für den Kombikopf. Aufnahme- und Wiedergabebetriebsart werden
durch einen einfachen Drehschalter gewechselt. Dieser Schalter sollte, außer
zur Aufnahme immer auf Wiedergabe stehen. Bleibt er in Aufnahmeposition und das
Band wird zurückgespult, entsteht ein hässlicher Pfeifton, weil das Band nich
vom Tonkopf abgehoben wird, der dann ja immer noch hochfrequent vormagnetisiert
ist. Bei der Wiedergabe gelangt dann diese ungewollte Aufzeichnung in den hörbaren
Bereich weil das Band jetzt ja jetzt viel langsamer läuft.
Der
Aufnahme-Wiedergabe-„Verstärker“ mit zwei Röhren EF12
Den
größten Raum unter dem Chassis nimmt der Motor ein, er ist wohl auch neben dem
Netztrafo das schwerste Bauteil der Maschine. Ein Motor einer modernen
Waschmaschine ist wohl auch nicht viel größer.
Man
findet nur noch wenige andere Bauelemente im Gerät aber es funktioniert.


Die
Anschlüsse sind ebenfalls einfach für Bananenstecker ausgelegt. Auch an die
ganz „Doofen“ wurde bei diesem Gerät gedacht. Im Kofferdeckel war ein
Bandeinlegeplan vorgesehen

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