Seite
92Roland
Schellin,
Herr der Zwerge
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Es ist mir eine
ganz besondere Ehre, Roland Schellin auf dieser Seite vorstellen zu dürfen. Er hat
ein in Tonbandkreisen viel beachtetes Buch über das Minifon geschrieben,
welches etwas über 20 Euro kostet. Man kann es gegen Rechnung bei Ruediger.Walz@t-online.de
erhalten.
Seine Sammlung befasst sich vornehmlich mit den allerkleinsten
Magnetspielern, Draht wie Band. Darunter sind auch Kuriositäten wie die
'Doppeldecker'-Geräte, bei denen die Spulen übereinander angebracht
sind.
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Das Reportergerät
'R-21a' ist ein ab Ende der 50er Jahre in Manufaktur und kleinster Serie
hergestelltes Mini-Tonbandgerät der DDR-Staatsfirma RFZ, dem
Betriebslaboratorium für Rundfunk und Fernsehen (nicht zu verwechseln mit RFT).
Neben dem damals ziemlich t modernen Äußeren, sind auch die inneren
Komponenten des Gerätes recht solide ausgelegt, wie u.a. das Gewicht von fast
2,5kg zeigt. Das „R-21a' arbeitet mit 9,5cm/s, elektronisch geregeltem
Spezialmotor und Vollspur. Es ist für Aufnahme und Wiedergabe
eingerichtet. Die Umschaltung erfolgt praktischer- und zwangsweise beim Öffnen
(Wiedergabe) bzw. Schließen des Deckels (Aufnahme). Optional läßt sich der
Recorder mit Pilotton für Film-Synchronaufnahmen ausrüsten.

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Der 'Dokorder PT-4H' kam
Anfang der 60er Jahre aus Japan, von der Firma Denki-Onkyo LTD. Der
Mini-Rekorder (ca. 10X20X5cm) war seinerzeit das kleinste Amateur - Tonbandgerät
mit Tonwellenantrieb. Der Recorder arbeitet mit 6 Transistoren, üblichen 85mm
Spulen und hat einen eingebauten Kontrolllautsprecher. Die Bandführung ist
eher ungewöhnlich und läuft von rechts nach links. Das Rückspulen erfolgt mit
Hilfe der unten am Gerät angebrachten, ausklappbaren Kurbel.

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Das 'Minifon Mi51' ist das
erste wirkliche Miniatur-Tonaufzeichnungsgerät der Welt. Es wurde ab 1951 in
Hannover in Serie gebaut. Selbst die USA waren zu dieser Zeit nicht in der Lage
ein solches Gerät zu entwickeln. Das Minifon ist ein Drahttongerät und
arbeitet noch mit zwei Miniatur-Röhren. Deshalb sind zum Betrieb auch drei
verschiedene Batterien notwendig: eine für den Motor, sowie eine Heiz- und eine
Anodenbatterie für die Röhren. Das Minifon ist mit 17X11X3,5cm etwa so groß
wie eine Brieftasche und war von Beginn an für heimliche Tonaufnahmen gedacht.
Das diesbezügliche Zubehör reicht u.a. vom Armbanduhr-Mikrofon über Füllhalter-Mikrofon
und Telefonadapter bis hin zu Schulterhalfter und ähnlichem 'Spion'-Zubehör.

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Das 'Minipex' ist ein
Einfachst - Recorder vom Anfang der 60er Jahre. Noch simpler ist ein
Tonaufnahmegerät kaum zu bauen. Ein schwenkbarer Motor an einem Drahtbügel,
zwei einfache Schiebeschalter und ein Permanentmagnet genügen um alle
Funktionen zu realisieren. Die Tonqualität genügt voll auf für
Sprachaufnahmen und ist überraschend gut. Das 'Minipex' ist mit einer
speziellen, wechselbaren 38mm Spule bestückt. Die große
Aufwickelspule ist fest am Gerät montiert. Vor einem Bandwechsel muß
also immer komplett auf die kleine Spule zurückgespult werden.

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Der 'Babycorder', etwa Mitte
der 50er Jahre, ist der erste Versuch eines Kleinst -Tonbandgerätes von Sony,
damals noch Tsushin Kogyo.Das Gerät ist sehr selten, soll in einer
Versuchsserie nur etwa 500mal gebaut worden sein. Die Laufwerk-Konstruktion ist
sehr ungewöhnlich. In die Spezial - Kassette aus Metall ist eine große Führungsrolle
integriert. Sie realisiert zusammen mit der Tonwelle im Recorder den
Bandvortrieb (9,5cm/s). Die zwei 10cm-Spulen sind im Inneren der Kassette
koaxial angeordnet und werden mittels eines zentral liegenden Federgehäuses
gegenläufig gespannt. Dadurch ist ein Aufspulen ohne Wickelantrieb möglich.
Das Rückspulen (und Aufziehen der Feder) erfolgt mit einer ausklappbaren
Kurbel. Der Recorder hat getrennte Aufnahme- und Wiedergabeverstärker, besitzt
keinen eingebauten Lautsprecher und die Austeuerungskontrolle erfolgt mittels
'Magischen Auge'.

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Der 'Soundrecorder FM' ,
ebenfalls von Radionette, kam als Weiterentwicklung des 'Multirecorder FM'
Mitte der 60er Jahre auf den Markt und scheint die Vorwegnahme des klassischen
Radiorecorders zu sein. Alle Laufwerkfunktionen werden einfach und elegant über
eine zentrale Steuerwippe angewählt. Die technischen Parameter sind weitgehend
mit dem 'Soundrecorder' identisch. Verblüffend ist die gute Tonqualität,
sicherlich auch Dank des großen, eingebauten Lautsprechers (oval ca. 10X18cm)
und der erstaunlichen Elektronik: neben Transistoren, sind bereits Schaltkreise
eingesetzt.

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Das 'Stellavox SM5' war ein
ausgesprochener Profi-Recorder. Das ist nicht nur an den Anschlußbuchsen und
der Aussteueranzeige zu erkennen. Das Reportagegerät wurde Mitte der 60er Jahre
vom Schweizer Ingenieur Georges Quellet entwickelt und war eines der ersten
wirklich kleinen, leichten und brauchbaren Profi-Geräte. 19cm/s (optional
9,5cm) Bandgeschwindigkeit, Vollspur (optional Halbspur oder Synchronspur) und 3
Köpfe (optional ein vierter Kopf für Synchronimpulse bei Filmaufnahmen) waren
damals innovativer Standart eines transportablen, professionellen Reportagegeräts
. Das Gerät spielt noch heute tadellos.

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Das wundersame 'Teltape' war
Anfang der 50er Jahre das erste volltransistorisierte Tonbandgerät der Welt.
Als Antrieb dient eine einfache Kippmotor-Konstruktion, die als 'Butterfly'
- Patent des deutschen Erfinders registriert ist, der auch das erste
'Minifon' entwickelte (s.unten). Diese geradezu minimalstische aber
funktionelle Konstruktion wurde später bei Hunderttausenden japanischen
Einfachst-Recordern kopiert. Natürlich ist eine derartige Laufwerkskonstruktion
und ein Verstärker mit nur zwei (!) Transistoren bestenfalls für
Sprachaufnahmen geeignet. Das aber funktioniert überraschend gut und zuverlässig.

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Das 'Bändi' war das erste Batterietonbandgerät (Bandgeschwindigkeit 9,5cm/s, 10cm Spulen, 250-4000Hz) der DDR. Das 'Bändi' wurde ab 1963 in kleiner Serie von der Fa. Pouva in Sachsen hergestellt. (Pouva war insbesondere durch die 6x6 Einfachst-Kamera 'Pouva-Start' bekannt.) Das 'Bändi' war technisch nicht ausgereift. So bildete ein Kugellager die Tonrolle und als Antrieb mußte ein ebenso einfacher wie lauter Spielzeugelektromotor genügen. Die Laufwerkseigenschaften waren entsprechend 'unruhig'. Heute ein wirklich gutes Sammler-Exemplar dieses Tonbandgerätes zu bekommen, ist auf Grund der geringen Herstellungszahlen und des ziemlich bruchanfälligen Kunststoffgehäuses nur schwer möglich.

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Der 'Multirecorder FM' (Anfang
der 60er) ist ein ziemlich spezielles und rares Gerät der norwegischen Firma
Radionette. Es wurde fast ausschließlich in Nordeuropa verkauft. Die
Konstruktion ist erstaunlich: kaum größer als ein Schuhkarton, ist neben dem
Tonbandgerät auch ein MW / UKW-Empfänger eingebaut. Der Recorder arbeitet
4-spurig und mit zwei Bandgeschwindigkeiten: 9,5 oder 4,25 cm/s. Die
maximal 13er Spule wird koaxial über dem unten liegenden, fest eingebauten
Aufwickel-Bandteller eingelegt. Alle Laufwerksfunktionen erfolgen motorisch. Das
Gerät arbeitet mit Batterien oder Netzteil.
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'Tinico' ist ein
Miniatur - Recorder vom Anfang der 60er Jahre. Mit 15X6X4cm kaum größer als
zwei Zigarettenschachteln zeigt er anschaulich wie kaum ein andres Gerät, die
innovativen Möglichkeiten bei der Miniaturisierung von Tonaufzeichnungsgeräten.
Alle Funktionen lassen sich einfach und sicher mittels Drucktasten steuern. Der
Recorder arbeitet zwar mit Vollspur und Normalband auf 45mm -Spulen, dennoch
erreicht die Tonaufnahme nur Sprachqualität. Für diesen Recorder gab es auch
einiges 'Geheim -Zubehör' wie Krawatten-Mikrofon und induktiver
Telefonadapter.

"Magnetton", relativ unbekanntes Gerät, das trotz seiner kompakten Maße immerhin 2 Geschwindigkeiten aufweist.

Stuzzi 304B, aus Österreich Anfang der 60er Jahre, 11,5 x 8 x 4cm, Spezialspulen mit 43mm Durchmesser, 4 Spuren Reversebetrieb, Spurumschaltung durch anheben bzw. absenken der Tonköpfe, Tonköpfe Fa. Bogen

Sanyo MC 1A (Metallgehäuse) und Sanyo MC-2 (Plastikgehäuse), baugleiche Geräte wurden auch unter anderen Handelsnamen vertrieben, z.b. als Craig 404 oder 408, Anfang der 60er, 15 x 10 x 5 cm, Spulendurchmesser 63 mm, einfachste Mechanik mit Schiebeschaltern, Stromversorgung mit 4 x1,5 Volt AA-Batterien, Transistoren

Concord Sound Camera F-20 Mitte der 60er, Größe 16,5 x 11,5 x 5,5 x, Spulendurchmesser 63mm, 6Volt Betriebsspannung, 1 Kombikopf für A/W und Löschung

Fi Cord 101, Mitte 60er, in Lizenz gebaut, von der Schweizer "Stellavox" konstruiert, Präzisions Minirecorder mit Capstanantrieb, technisch ausgezeichnet und solide in Metall gearbeitet, Größe 16 x 8,5 x 4,4 cm, Drucktastensteuerung, Spulendurchmesser 50mm

Continental All Transistor TP - 570, 1962, 22,5 x15 x 6,5cm, Capstanantrieb, 2 Geschwindigkeiten 4,75 + 9,5cm/s, Motorregelung mit elektrischem Gleichlaufregler, Indikator für Batterie und Aufnahme, Metallgehäuse, eingebauter Lautsprecher, Frequenzgang 200 - 5500Hz, Anschlüsse für Monitor, Aux, Mikrofon, Remote-Control und Netzteil

Kontakt für Fragen/Antworten: sosina@aol.com