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Eigenbau-Tonbandgeräte I

Eine wenig beleuchtete und umso mehr interessante Sparte in der Tonbandtechnik sind die Selbstbaugeräte. Gerade nach dem Krieg war es entweder verboten, Komplettgeräte herzustellen (siehe Grundig Heinzelmann) bzw. sie waren unerschwinglich. Und so gab es zahllose Bausätze von Firmen die es zum grössten Teil längst nicht mehr gibt. Der Heimbastler hatte nun 3 Möglichkeiten: ein Gerät komplett selber bauen, einen Bausatz hernehmen und ihn nach Anleitung mit einem schlichten Gehäuse versehen oder einen Bausatz nehmen und rundherum ein individuelles Gerät zaubern... Roland Schellin verfügt über einige sehr seltene Exponate, die er uns zur Ansicht auf dieser Seite näher bringen möchte. Wer selbst über das eine oder andere Selbstbaugerät verfügt, sei hiermit dringend aufgefordert, uns Tonbandfreunden ein Bild zur Verfügung zu stellen :-)

Das 'Magdeburger' Gerät


Dieses Gerät ist leider nicht in Rolands Besitz :-(

Gebaut ca. 1952 von einem Magdeburger Rundfunkmeister. Bandgeschwindigkeit 19 cm/s, Zweispur, Normalband, ein Motor,  vom DDR-Serientonbandgerät "Tonmeister", motorischer Vor- und Rücklauf, getrennte Aufnahme- (im geöffneten Gerät zu sehen) und Wiedergabeverstärker im Deckel eingebauter Wiedergabeverstärker und Lautsprecher. Gerät konnte auch mit großen Studiobandtellern bestückt werden.

Das Schiffsmodell

1974. Von einem Schiffsmodell sollte während dessen Vorführung für kurze Zeit Musik ertönen. So wurde ein sehr kleines Gerät, mit einer maximalen Spieldauer 2,5 min. gebaut. Das Gehäuse ist eine kleine, einfache Dia-Kunststoffschachtel. Der 2 Volt Glockenankermotor ist direkt mit der Aufwickelspule gekoppelt, das Rückspulen erfolgt manuell. Abgespielt wurde ein auf einem gewöhnlichen Kassettengerät aufgenommenes Band. Das Minigerät hat einen Vorverstärker mit 4 Transistoren (angeschlossen an den Bordverstärker) und eine Ein/Aus- Relaisschaltung mit 2 Transistoren (über Fernsteuerung).

Batteriegerät 1

Dieses Batterie - Tonbandgerät in Form eines Kofferradios wurde 1963 gebaut. Es eignet sich für Aufnahme und Wiedergabe bei einer Bandgeschwindigkeit von 9,5 m/s. Bei geöffnetem Deckel können Spulen bis 13 cm Durchmesser aufgelegt werden. Ein Löschkopf ist nicht vorhanden und für besseren Gleichlauf wurde der Motor mit dem Fliehkraftregler eines Grammophons gekoppelt. Motor und Verstärker mit Hochfrequenz - Vormagnetisierung (6 Transistoren) haben zweckmäßigerweise eine getrennte Stromversorgung.

 

Batteriegerät 2

Dieses Selbstbau-Tonbandgerät ist vor kurzer Zeit  restauriert worden. Äußerlich ist dieser Eigenbau den bekannten Stellavox bzw. Fi-cord Geräten nachempfunden. Es ist nur zum Abspielen von Bändern (9,5cm/s) auf 8,5 cm Spulen ausgelegt. Wie man an der Chassisplatte erkennen kann, hatte der Erbauer die spätere Ergänzung der Aufnahmefunktion  vorgesehen ..... technisch wäre das sicherlich kein Problem gewesen. Das Batterie - Gerät ist sehr solide und schön gearbeitet, was man schon allein an dem aufwendig furnierten Holzgehäuse mit Deckel und Klarsichtscheibe erkennen kann.

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