Seite
96Koaxiale Tonbandgeräte
'Doppeldecker'
Teil -2-
![]()
Highlights koaxialer Tonbandgeräte - Konstruktionen sind die exotischen Geräte der norwegischen Firma Radionette. Sie wurden fast ausschließlich in Nordeuropa und Großbritannien verkauft. Es gab drei Entwicklungen: 'Multicorder' ab 1967, 'Multirecorder FM' ab 1968/69, und 'Soundrecorder FM' ab 1969/70(?).
Die prinzipielle Laufwerkskonstruktion aller drei Mehrspur - Modelle ist gleich: ein fest eingebauter Bandteller ersetzt die Aufwickelspule, es braucht nur noch eine Spule, die Abwickelspule (maximal 13cm) oben drauf gesetzt werden. So sind sie, als gewissermaßen "halbe" koaxiale Recorder, wirklich etwas Besonderes.
Alle Spuren werden entgegen des bekannten Standarts in die gleiche Richtung bespielt. Die Spurumschaltung wird dabei rein mechanisch, durch Anheben oder Absenken des Tonkopfträgers erreicht.
Nachteil dieser Konstruktion ist natürlich, das immer erst komplett zurück gespult werden muß, um das Band aus dem Gerät zu nehmen oder um eine der anderen Spuren zu hören. Alle drei Radionette - Typen arbeiten Mono mit zwei Bandgeschwindigkeiten und laufen mit Batterie oder eingebautem Netzteil.
![]()
Der "Multicorder" ist ein ziemlich spezieller und rarer Typ mit zwei Bandgeschwindigkeiten 4,75 und 2,4 cm/s.
Er war im Gegensatz zu den anderen Radionette - Recordern ein reines 2 - spuriges A/W - Tonbandgerät ohne Radio-Teil.
Die Elektronik arbeitet volltransistorisiert mit 8 Transistoren und 5 Dioden. Der Frequenzgang reicht bis 10000 Hz +/- 3 db; Wow 0,2% und Ausgangsleistung 1,3 Watt.



![]()








![]()
Der "Soundrecorder FM" - mit der wohlproportionierten Größe und Form eines Kofferradio - ist ein würdiger Vertreter der klassischen Radiorecorder.

Jedoch hat die norwegische Firma Radionette damit etwas recht seltsames getan.
In jener Zeit waren Radiorecorder mit Kassetten ausgereifte Konstruktionen und weit verbreitet. Warum also solch ein Gerät, das eine einzelne (13cm) Bandspule verwendet? Das ist schwer nachzuvollziehen und vielleicht am ehesten noch mit einer möglichst langen Bandspielzeit zu begründen.

Alle Laufwerkfunktionen werden einfach und elegant über eine zentrale Steuerwippe angewählt. Die technischen Parameter sind weitgehend mit dem "Soundrecorder FM" identisch.

Neu ist neben 4,75 cm/s die höhere, für bessere Tonqualität geeignete Bandgeschwindigkeit von 9,5 cm/s. Die Tonqualität ist in der Tat verblüffend gut, sicherlich auch Dank des großen, eingebauten Oval - Lautsprechers und der aufwendigen Elektronik: neben Transistoren, sind bereits Schaltkreise eingesetzt.

Einige technische Daten:
Bandgeschwindigkeiten: 4,75 und 9,5 cm/sec.
Spuren: 4 Spuren, alle in gleicher Richtung zu bespielen,
Spielzeit: bis zu 12 Stunden pro 13er Bandspule.
Gewicht: 3.7 kg
Frequenzgang: 40 - 7.000 Hz bei 4,75cm/s; +/- 3 dB
35 - 15.000 Hz bei 9,5cm/s; +/- 3 dB
Wow/Flutter: besser als 0,2%
Rauschabstand: 50 dB bei 4,75cm/s; 52 dB bei 9,5cm/s
Bias: 100 kHz
Eingänge: 700 Ohm/012 mV + 1 mOhm/200 mV.
Ausgänge: DIN 15 kOhm/300 mV.
Lautsprecher: 4 Ohm.
Radio - Frequenzband: 87 - 105 MHz
Empfindlichkeit: 1- 1,5 mV bei 20 dB Signal/Rausch ratio
AFC - region: ca. 300 kHz
Batterie: 6 X 1,5 V
Netzteil / Autobatterie: 12V




![]()
Die Japaner bauten in den 60er Jahren mit der ihnen eigenen Konsequenz ein technisch entsprechend einfaches aber wirklich kleines Gerät. Das 'Star lite R 44 a' funktioniert ähnlich wie die vielen, simplen japanischen (Spielzeug-) Recorder jener Zeit, ohne Capstan, getrennte Batterien für Motor und Verstärker, Löschung mit schwenkbaren Permanent - Magnet usw.. Die Elektronik kommt mit lediglich 4 Transistoren aus.







![]()
Kontakt für Fragen/Antworten: sosina@aol.com