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97Koaxiale Tonbandgeräte
'Doppeldecker'
Teil -3-
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Auch über den italienischen 'Magical Recorder Mod M55' von 1955 (Fabbriche Riunite AG) waren bisher selbst in Italien keine weiteren Informationen aufzutreiben. Das mit der koaxialen Anordnung der Spulen Baugröße und Gewicht gespart werden sollte, scheint aber angesichts dieses Geräte wenig realistisch.
In den Fachzeitschriften der 50er und 60er Jahre findet man nur sehr selten Nachrichten über koaxiale Tonbandgeräte. Ob und in welchem Umfang die wenigen vorgestellten Geräte je produziert wurden, deren technische Daten ... all das blieb ob der spärlichen Informationen weitgehend unklar.
Das DDR - Gerät wurde vom damals noch privaten Ingenieurbetrieb für Elekroakustik H. Brause in Radebeul bereits auf der Leipziger Herbstmesse 1951 vorgestellt.
Das Gerät scheint recht groß zu sein, hat den Lautsprecher im Kofferdeckel und eine interessanten Bandführung.

Diese russischen Konstruktionen wirken ob ihrer Einfachheit, eher wie robuste Eigenbauten. Allerdings sollten die oft nur gezeichneten Illustrationen nicht täuschen. Sie waren wegen der schlechten Foto - Druckqualität auf dem billigen Papier, ein durchaus anschauliches und übliches Gestaltungsmittel in russischen Fachzeitschriften jener Zeit.






Das ausgesprochen ungewöhnlich designte TRI-FY 'Carousell' arbeitete mit zwei Bandgeschwindigkeiten 9,5 und 19 cm/s. Es wurde 1955 von der 'Tape Recorders Inc.', Chicago vorgestellt. Es konnte mit den großen 26 cm Spulen acht Stunden lang spielen und dann automatisch in Reverse oder Endlosbetrieb schalten. Laut Herstellerangaben lag der Frequenzgang bei 50 - 12.000 Hz . Die Größe betrug 25 x 30 x 21,5cm (ohne Spulen). Das Gerät war nicht für den privaten Gebrauch konzipiert, sondern für die Background - Beschallung von Kaufhäusern, öffentlichen Räumen etc..

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Öfter als anderswo waren koaxiale Recorder speziell in der Anwendung als Flugschreiber oder Datenrecorder zu finden. Bekannt sind hier z.B. die sehr ähnlichen Datenschreiber von Honeywell, Sagano, Weston, Sabre und PI.

Aber "Pi" konnte auch anders und bewies das mit dem nur Handteller großen und 1 kg schwere PI - PS 300 und dessen recht beeindruckenden technischen Daten.


Dieser kleine von Telefunken gebaute Datenrecorder wurde bei der Bundeswehr eingesetzt. Interessant ist hier der ebenso einfache wie originelle Bandtransport: eine in den Spulenkernen liegende gegenläufig gespannte Feder bewirkt das Vor- und Rückspulen des Bandes. So bedarf es nur noch eines Capstanmotors für den Bandvortrieb, den Rest erledigt die sich je nach Laufrichtung vorwärts oder rückwärts spannende Feder.


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Das koaxiale Prinzip ist auch bei frühen Versuchen mit Bandkassetten zu finden. Diese arbeiteten tatsächlich mit zwei kompletten in einer Kassette übereinander liegenden Spulen mit Normalband.
Eines der frühesten ist das "Mohawk" - Diktiergerät aus den 50er Jahren, anfänglich noch mit einem Röhrenverstärker ausgerüstet.





Das Anfang / Mitte der 60er Jahre als Taschenrecorder verkauftes Sanyo 'Micro Pack 35' ( 9,5 x 17 x 3,5 cm) gehört ebenso zur Sparte der Simpel - Recorder.

Geräte mit ähnlichem Design und grundsätzlich gleicher Technik wurden unter verschiedensten Bezeichnungen (Channel-Master, Westinghouse, Craig etc.) verkauft. Die grundsätzliche Konstruktion geht übrigens auf ein deutsches Patent aus den 50er Jahren zurück. Um die Spezialkassette ( 6,7 x 7,5 x 2,9 cm) klein zu halten wurden die zwei kleine 6cm Spulen übereinander angeordnet. Dadurch ergibt sich eine sehr schräge Bandführung. Der Tonkopf mußte dann natürlich ebenso schräg in das Gerät gesetzt werden.




Der 'Babycorder', etwa Mitte der 50er Jahre, ist der erste Versuch eines Kleinst -Tonbandgerätes von Sony, damals noch Tsushin Kogyo.
Das Gerät ist sehr selten, soll in einer Versuchsserie nur etwa 500 mal gebaut worden sein.
Die Konstruktion des Laufwerks ist sehr ungewöhnlich. In die Spezial - Kassette aus Metall ist eine große Führungsrolle integriert. Sie realisiert zusammen mit der Tonwelle im Recorder den Bandvortrieb (9,5cm/s).

Die zwei in der Kassette koaxial angeordneten 10cm-Spulen werden mittels eines zentral liegenden Federgehäuses gegenläufig gespannt. Dadurch ist ein Aufspulen ohne Wickelantrieb möglich. Das Rückspulen und dabei gleichzeitige Aufziehen der Feder, erfolgt mit einer ausklappbaren Kurbel.

Der Recorder hat getrennte Aufnahme- und Wiedergabeverstärker und besitzt keinen eingebauten Lautsprecher. Die Austeuerungskontrolle erfolgt mittels "Magischen Auge".




Kontakt für Fragen/Antworten: sosina@aol.com